Dienstag, 20. September 2011

Rokoko - eine galante Epoche

"Die Gespielin" spielt im Jahr 1733 am Hof von Versailles. Wir befinden uns in der Zeit des Rokoko, das den Barock abgelöst hat. Statt Prunk und Pomp wie noch unter Sonnenkönig Louis XIV. herrscht jetzt die dezente Verfeinerung. Man entdeckt, dass man auch ein Privatleben hat, zieht sich in die eigenen Gemächer zurück, wo man "deshabillé" (ohne Korsett, nur im Hemd) sein und sich ganz Mensch fühlen darf.

Natürlich gibt es noch immer glanzvolle Feste, doch man will weniger beeindrucken als sich amüsieren. Männer wie Frauen unterhalten Liebschaften, man pflegt die galante Konversation und bleibt tunlichst an der Oberfläche: Die Liebe ernst zu nehmen, wie peinlich wäre das! Liebe ist ein Spiel, das auch mit Worten gespielt wird: Frivole Bonmots, schlagfertige Paraden, und zwischendurch eine schnelle Nummer hinter einem Vorhang - die Damen tragen noch keine Unterwäsche und müssen darum nur die Röcke lüpfen, um sich und ihrem jeweiligen Galan Vergnügen zu verschaffen.

Dazu Intrigen und Ränkespiele der unterschiedlichen Parteien bei Hofe, die prachtvollen Zimmerfluchten, der Schlosspark mit seinen unzähligen Bosketten, die sich so gut für geheime Rendezvous eignen ... ein ungeheuer reizvolles Setting für einen erotischen Roman!

In lockerer Folge werde ich die Hintergründe zu "Die Gespielin" ein wenig erhellen, über Mode, Frisuren und Lebensart des Rokoko schreiben und auch Details nicht vorenthalten, die meine Recherche für "Die Gespielin" zutage gefördert hat.

Nächstes Mal: Louis XV, "der Vielgeliebte" und seine Mätressen

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