Samstag, 8. Oktober 2011

Louis XV, der "Bien-aimé"

Ich präsentiere: Louis XV, König von Frankreich und (eine) (sehr) männliche Hauptfigur in "Die Gespielin".

Nicht umsonst trug er den Beinamen "der Vielgeliebte". Er galt als einer der schönsten Männer Frankreichs, und wenn dieses Portrait, das ich liebe, nicht zu sehr geschönt ist, war das nicht übertrieben. Er war sportlich, intelligent, schüchtern in der Öffentlichkeit, amüsant unter Freunden, ein liebevoller Vater und besass angeblich wahrhaft königliche Würde, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. 
Moderne Klamotten, eine lässige Frisur - der König wäre auch heute noch eine Sünde wert.

Die Nachwelt hat ihn lange als Wüstling verleumdet, der sich lieber Orgien hingab, als sein Land zu regieren. Dieses Bild ist inzwischen korrigiert, aber ein Frauenheld war Louis sicher. Allerdings fing er überraschend spät damit an, fremdzugehen: Seine erste Mätresse hatte er mit 23 Jahren - da war er bereits seit acht Jahren verheiratet.
Seine erste Gespielin war nicht Suzanne d'Aubry, wie ich in meinem Roman behaupte, sondern die Comtesse Julie de Mailly-Neslé, die auch in "Die Gespielin" eine Rolle bekommen hat. In den folgenden Jahren verbrauchte er gleich auch noch ihre drei Schwestern, wie praktisch!

Jeanne d'Etiolles hatte seit Jahren versucht, die Aufmerksamkeit des jungen Königs zu erregen unddafür enormen Aufwand  betriebenen. Mal zeigte sie sich im blauen Kleid in einer rosa Kutsche, mal im rosa Kleid in einer blauen Kutsche, wenn der König im Wald von Sénart auf der Jagd war. 1745 hatte sie endlich Erfolg und stieg auf zur mächtigesten Mätresse aller Zeiten - unsterblich wurde sie als Madame de Pompadour.

Die erotische Beziehung zwischen ihr und Louis dauerte wahrscheinlich nur fünf Jahre, aber in den darauffolgenden Jahren sorgte die kluge Pompadour dafür, dass der König wechselnde Betthäschen zugeführt bekam, die keine Konkurrenz für sie darstellten.

In seinen späten Jahren, als die Pompadour längst an dem anstrengenden Leben einer Mätresse zurunde gegangen war, entbrannte der alternde König für die 15jährige Tochter eines Schuhmachers und wandte sich nach einigen Techtelmechteln Madame Dubarry zu, die seine letzte Geliebte werden sollte.

Da hatte er die Gunst des Volkes schon verloren und wurde als "Mal-Aimé" bezeichnet. Doch wenn man sich die lange Liste seiner Mätressen ansieht, scheint mir "der Vielliebende" der passendere Name für ihn.

Nächstes Mal: Erotik bei Hofe - pikante Spiele in Versailles


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