Freitag, 13. Januar 2012

15 Fragen an Klarissa Klein alias Ana Riba


Heute beginne ich eine Serie von Interviews mit Autorenkolleginnen, die mir dieselben 15 Fragen beantworten werden. Es wird sicher spannend, die verschiedenen Antworten zu vergelichen!

Den Anfang macht Klarissa Klein, als Verfasserin erotischer Literatur bekannt unter ihren Pseudonymen Ana Riba und Sara Bellford. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, zwei Hunde, Haus und Hof. 2009 erschien ihr Erstling "Lustschmerz" im Blue Panther Verlag und ist seitdem zum Longseller geworden. 2012 wird ein neuer Roman zum Thema "Liebe und BDSM" bei Plaisir d’Amour erscheinen.



1
Welches erotische Werk (Film, Buch, Kunst) sollte man kennen?
Im Bereich der filmischen Kunst ist es für mich auf jeden Fall „The Secretary“ – natürlich aus meinem Lieblingssubgenre Chef und Assistentin. James Spader als neurotischer, ein wenig sadistischer Anwalt Edward ist einfach göttlich anzusehen. Maggie Gyllenhal als seine Sekretärin, die sich vom mit Zwangsneurosen behafteten kleinen Mädchen zur selbstbewussten Frau entwickelt, zwar etwas klischeehaft, aber wunderbar. Beide Figuren lassen einen erahnen, was Menschen erleiden müssen, weil sie unter falschen Moralvorstellungen aufgewachsen sind.
In der Literatur ist es natürlich „Die Geschichte der O“. Ich liebe dieses Buch, nicht nur von seiner Thematik her. Pauline Réage schafft es, nicht einmal ein ordinäres Wort zu verlieren. Ihre Umschreibungen sind so wundervoll indirekt, dass der Leser genau weiß, worum es geht. Aber niemals muss man sich angewidert abwenden, wie es in der heutigen „schnellen Literatur“ häufig der Fall ist.

2
Was hat dich dazu angeregt, erotische Texte zu verfassen?
Die Anregung einer Leserin, der meine Beschreibung eines Kusses, so gut gefiel, dass sie mich dazu ermunterte doch tiefer in das Genre einzutauchen. Im Prinzip folgte ich in meiner Entwicklung als Autorin, der Step-by-Step-Methode. In jeder Kurzgeschichte habe ich mich ein Stückchen vorgewagt, abgewartet, wie die Reaktion meiner Leser/innen ausfiel, um dann noch ein wenig mutiger zu werden. Diese kleinen Schritte waren für mich sehr hilfreich, weil ich immer wieder experimentieren konnte.

3
Wie würdest du deine typische Heldin in einem Satz charakterisieren?
Und deinen typischen Held?
Meine Frauen sind starke Persönlichkeiten, ohne den Drang, sich in den Vordergrund zu stellen. Sie wissen was sie können und wissen somit auch, dass sie nicht auffallen müssen, um sich zu beweisen. Privat sind sie eher von der stilleren Sorte, aber beruflich tough. Sie benötigen keine Quoten, um zu beweisen, was sie können. Sie tun es einfach. Allerdings haben diese Eigenschaften den Nachteil, dass sich diese Frauen selten etwas gönnen oder zugestehen. In meinen Geschichten geht es darum, dass dieser Typus Frau lernt, dass sich in ihrem Ansehen nichts ändert, wenn sie sich hingeben können.
Meine männlichen Helden sind da das totale Gegenteil. Lebenslustig, selbstbewusst, ein wenig machohaft, aber immer Gentleman. Vor allem in Bezug auf ihre jeweiligen Partnerinnen. Meine Darsteller sind erfahren, aber auch bereit neue Erfahrungen zu machen und sie mit dem Menschen zu teilen, der ihnen am Herzen liegt.

4
Wie kam es zu deiner ersten Veröffentlichung im Erotik-Genre?
Durch Zufall. Ich habe einen Verlag angeschrieben, der mein Manuskript für den „Lustschmerz“ auch gleich haben wollte. Dass es nicht jedem Autor so geht, weiß ich. Ich hatte einfach das Glück der Neugierigen. Denn ich wollte nicht unbedingt auf Teufel komm raus veröffentlichen, sondern nur wissen, was Profis von meinem Manuskript halten.

5
Welches Literaturgenre könnte dich noch reizen und weshalb?
Kriminalkomödien, weil ich dabei meinen sarkastischen und ironischen Humor am besten unterbringen kann.
Versucht habe ich mich ehrlicher weise auch an Vampiren, Geistwesen und einem Fantasy Roman. Allerdings sehe ich diese Versuche eher als Hobby, bestenfalls als Schreibübungen an.

6
Hast du schon mal beim Schreiben geweint? An welcher Stelle?
Nein, habe ich nicht. Aber ich weiß von Leserinnen, die bei einer meiner  Kurzgeschichten – mit traurigem Happy End – vor Rührung geweint haben. Als mir die Leserinnen das sagten, war ich absolut überrascht. Die Szene war für mich zwar sehr emotional, aber dass ich damit Menschen zum Weinen bringen würde, hätte ich niemals erwartet.

7
Was liest du selbst gerne?
Unterschiedliche Sachen. Faszinierend finde ich die „alten Herren“ wie etwa Hemingway. Abenteurer eben, die in faszinierenden Worten den Leser mit auf ihre Reise nehmen. Mein absolutes Lieblingsbuch, das ich auch mittlerweile an einigen Stellen frei mitsprechen kann, ist „Per Anhalter durch die Galaxis“. Douglas Adams hatte einen wundervollen Humor.

8
Weiß deine Familie, dass du erotische Romane/Geschichten schreibst?
Wenn ja, was hält sie davon?
Ja, sie weiß davon. Sie leiden schließlich unter meiner Arbeit am Meisten. Ich bin während eines Entstehungsprozesses kaum ansprechbar, ab und an auch etwas gereizt. Sie nehmen es mit Verständnis hin, denn sie wissen: Wenn Mutti / Gattin nicht schreibt, wird alles nur noch schlimmer :)

9
Kannst du vom Schreiben leben?
Jein. Sicherlich kann ich meinen Teil zum Haushaltsbudget beitragen, aber Reichtümer häufe ich nicht an. Und ich denke, da geht es mir wie vielen anderen Autoren auch.

10
Was, das jemand über deine Texte gesagt hat, hat dich besonders gefreut?
Dass ich diesen Jemand zum Nachdenken gebracht habe, war bis vor kurzem mein absolutes Highlight. Zwischenzeitlich hat sich die Meinung einer Leserin dazugesellt, die mich für eine „talentierte Autorin“ hält. So etwas zu lesen, stärkt mich in meiner Arbeit und sorgt dafür, dass ich diese Leser nicht enttäuschen werde.

11
Besitzt du ein Haustier? Wenn ja, welches?
Wir haben sogar zwei. Jagdhunde, beides Abgabekinder aus einem Tierheim. Vermittelt wurden uns die beiden durch den Verein Jagdhunde in Not e. V. Leider kommen Jagdhunde immer noch viel zu häufig in unerfahrene Hände und werden somit falsch gehalten. Wenn diese Rassen unterfordert sind, dann kann es zu bösen Überraschungen kommen. Wir führen unsere beiden Racker zwar nicht jagdlich, haben sie aber als Haus und Hof Hunde konditioniert. Und sie sind fleißig dabeiJ Aber wir sehen unsere Lieblinge auch als Mitglieder der Familie an. So würden wir niemals einen Urlaub ohne sie machen.

12
Was hält dein Partner von deinen Werken?
Er unterstützt mich voll und ganz, möchte aber niemals ein komplettes Werk von mir lesen. Auszugsweise reiche ich ihm eine Leseprobe eines Kapitels, um von ihm zu hören, ob er der Meinung ist, dass diese Szene funktionieren könnte. Gerade Szenen, die in medizinischer Hinsicht bedenklich sein könnten, kläre ich mit meinem „angetrauten Medizinmann“ gerne ab. Ansonsten lebt er nach der Devise, dass er zwar Alles essen kann, aber nicht alles lesen. Er lässt sich da auch lieber überraschen.

13
Wie hat das Schreiben dich verändert?
Ich bin kritischer geworden. Lese nicht mehr alles, was mir vorgesetzt wird und nehme auch nicht mehr alles – was in der Erotik geschrieben wird – als gegeben hin. Mich stört vor allem der Verfall der Erotik gerade im Ebook-Bereich. Was dem Leser dort teilweise serviert wird, ist unterirdisch schlecht. Von „Alt-Männer-Phantasien“ bis hin zu typischen „Ein-Hand-Texten“.
Der Erotik an sich wird damit ein Bärendienst erwiesen und Autoren/Autorinnen, die sich ernsthaft damit beschäftigen, haben gegen das schlechte Image der Erotik zu kämpfen. Dass auch die privaten Fernsehsender an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig sind, steht zwar nicht unbedingt auf einem anderen Blatt, aber immerhin auf einer anderen Seite.
Ich hoffe – und ich arbeite daran – dass sich dieser Umstand in den kommenden Jahren wieder ändern wird.

14
Welches war dein Lieblingsbuch als Jugendliche?
Ich hatte keine Lieblingsbücher. Als Kind und als Jugendliche habe ich alles verschlungen, was zwischen zwei Buchdeckeln zu bekommen war.

15
Wo schreibst du deine Geschichten?
In meinem Büro… das immer ein wenig chaotisch aussieht. Ich brauche meine gewohnte Umgebung und meine kleinen, liebgewordenen Accessoires um mich herum, damit ich die Ideen – die ich draußen auf der Straße habe – auch umsetzen kann.

Ganz aktuell ist Ana Ribas neue Erzählung "Lust oder die Geständnisse eines Colonels", erschienen als eBook bei amative; publisher - Eine Spanking-Story im historischen England einer Jane Austen.






Sir Alan Baxter hat eine Passion:
Er sammelt Frauen!
Er will sie um ihretwillen besitzen
Sie wollen vom ihm gedemütigt und geliebt werden
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